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„The Secrets we keep“ trägt noch den Untertitel „Schatten der Vergangenheit“. Der Nachkriegsfilm spielt in den USA und in den Hauptrolle sind Noomi Rapace und der Schwede Joel Kinnaman. Der Film startete bereits am 16. September in den US-Kinos. Der deutsche Kinostart wäre eigentlich der 05.11.2020 gewesen, aber aufgrund des Corona-Lockdowns blieben die Lichtspieltheater geschlossen. Ab 27.05.2021 ist es nun endlich wieder soweit und der Film kommt auf die Leinwand.

STORY:

Maja (Noomi Rapace) hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihrem Mann (Chris Messina) ein neues Leben in einem amerikanischen Vorort aufgebaut. Ihre Vergangenheit in Europa versucht sie zu vergessen und hat diese auch ihrem Mann bislang verheimlicht. Während eines Ausflugs mit ihrem Sohn lässt die zufällige Begegnung mit einem Fremden (Joel Kinnaman) jedoch die Erinnerung an die erlebten Gräuel unvermittelt wiederaufkommen. Und nicht nur das: Maja ist überzeugt, in dem Fremden ihren früheren Peiniger wiederzuerkennen und beschließt kurzerhand, Rache zu üben für das, was er ihr und ihrer Familie angetan hat. Sie entführt den Mann und hält ihn im Keller ihres Hauses gefangen, um ihn zu einem Geständnis zu zwingen. Seinen Unschuldsbeteuerungen schenkt sie keinen Glauben. Ihr Ehemann, der sich mit einer glaubwürdigen Identität des Gekidnappten sowie Majas fragmentierter Erinnerung konfrontiert sieht, zweifelt: Was er meinte, von seiner Frau zu wissen, erweist sich als unwahr und ihre bisherige gemeinsam aufgebaute Existenz ist in Gefahr. Täuscht sich Maja?

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Daten zum Film:

Thriller/Drama
USA, 2020
mit Noomi Rapace, Joel Kinnaman, Chris Messina, etc.
Freigegeben ab 16 Jahren*
Laufzeit: Ca. 99 Minuten
LEONINE
(OT: The Secrets we keep)

* Der Film ist nicht sonderlich brutal, aber dennoch ist eine Freigabe ab 16 Jahren nachvollziehbar und auch aus meiner Sicht gerechtfertigt. 

Cast/Darsteller:

Noomi Rapace: Maja
Joel Kinnaman: Thomas Steinmann
Chris Messina: Lewis (Maja´s Ehemann)
Amy Seimetz: Rachel
Jackson Dean Vincent: Patrick (Maja´s Sohn)
Miluette Nalin: Miriah (Maja´s Schwester)
Madison Paige Jones: Annabel
Jeff Pope: Mr. White
David Maldonado: Officer Brouwer
Ed Amatrudo: Albert Sonnderquist
Victoria Hill: Claire
u.a.

The Secrets we keep

Noomi Rapace gehört für mich derzeit zu den besten Schauspielerinnen in Hollywood. Hier spielt sie die Hauptrolle der aus Rumänien stammenden Maja. Die Schwedin begann ihre Schauspielkarriere mit dem Film „Der Schatten des Raben“ (1988) im Alter von 9 Jahren. Zwar spielte sie in den Folgejahren bereits in einigen Filmen, doch der Durchbruch erfolgte mit der so genannten „Millenium-Trilogie“ (2009). Die Filme mit den Titel „Verblendung“, „Verdammnis“ und „Vergebung“ sind zu Kassenschlagern geworden. Eine ihrer besten schauspielerischen Leistungen lieferte sie mit dem Film „What happend to Monday“ (2017) ab, wo sie gleich 7 verschiedene Rollen übernahm. Rapace erhielt bis dato bereits zahlreiche Auszeichnungen für ihre Arbeit.

The Secrets we keep

Joel Kinnaman spielt Thomas Steinman, das Kidnapping-Opfer von Maja. Der schwedische-amerikanische Schauspieler verfügt offenbar über ausgezeichnete Deutschkenntnisse, denn in den wenigen Momenten, in denen er in der US-Originalversion in deutscher Sprache redet, hört man keinerlei Akzent. Seinen ersten Film „Invisible – Gefangen im Jenseits“ spielte er im Jahr 2002. Auch er spielte, wie Kollegin Noomi Rapace in dem Film „Verblendung“ eine Rolle. Besonders interessant ist, dass er ursprünglich für die Rolle des Marvelhelden „Thor“ in Betracht gezogen wurde, was aber letztlich an anderen Dreharbeiten scheiterte. Kinnaman spielte u.a. in den Serien „The Killing“, sowie „House of Cards“ und in Filmen wie z.B. „RoboCop“ (2014), „Suicide Squat“ (2016) und „The Informer“ (2019). Set 2019 ist er Teil des Seriencasts von „For all Mankind“.

The Secrets we keep

Chris Messina ist der dritte Hauptdarsteller in „The Secrets we keep“ und spielt den Ehemann von Maja, einen Arzt. Seit 1998 ist er im Schauspielbusiness und debütierte mit „Rounders“. Zu sehen war er danach u.a. in „Em@il für Dich“ (1998), „Ausnahmezustand“ (1998), „Verliebt in die Braut“ (2008), „Argo“ (2012) und auch „Birds of prey: The Emancipation of Harley Quinn“. Bekannt wurde er allerdings 2008 durch den Woody Allen Film „Vicky Christina Barcelona“ und „Julia & Julia“, der kurz darauf verfilmt wurde.

The Secrets we keep
Sharks Filmreview

Wenn Noomi Rapace in der Cast auftaucht, dann ist der Film für mich Pflichtprogramm. Bislang gab es noch keine Produktion mit ihr, die mich nicht überzeugen konnte, was sicherlich auch zu einem durchaus großen Anteil an den herausragenden schauspielerischen Leistungen liegen könnte. Auch in „The Secrets we keep“ füllt sie die Hauptrolle der Maja mit ihrer Personality aus und stellte dabei auch die Mitstreiter in den Schatten. Chris Messina kann sich hier leider nicht so richtig behaupten, doch geht er im Laufe des Films ein wenig unter. Joel Kinnaman als Thomas Steinmann ist eine weitere tragende Rolle im Film, auch wenn ich hier ehrlich gesagt zwischendurch ein wenig an der Authentizität gezweifelt habe.

Die Story des Film ist echten Filmfans vermutlich gar nicht mal ganz unbekannt. Natürlich modernisiert und in eine andere Zeit transferiert, doch erkennt man klar die Züge des 1994 von Roman Polanski veröffentlichten Movies „Der Tod und das Mädchen“. Auch hier glaubte Hauptfigur Pauline fast daran ihren einstigen Peiniger erkannt zu haben und ihm die Wahrheit mit vorgehaltener Waffe versucht zu entlocken. Das ist ziemlich genau auch die Geschichte von „The Secrets we keep“. Ob nun beabsichtigt oder nicht, dass lässt sich leider derzeit noch nicht herausfinden. Da aber nicht jeder den Film aus den 90er Jahren kennt, ist das wohl auch eher ein zu vernachlässigendes Problem.

Insgesamt und mit ein wenig Abstand hat der Film durchaus seine Wirkung im Nachgang entfaltet. Bei direkten schauen war ich noch nicht vollends überzeugt, auch wenn die Spannung bis auf wenige Moment sehr hoch gehalten. Auch konnte man zu keiner Zeit erahnen, wie diese Geschichte am Ende ausgehen könnte, was ebenfalls für die gute Machart durch Regisseur Yuval Adler spricht. Schaut man genauer hin, entdeckt man aber einige Auffälligkeiten, die ein wenig zu Lasten der Glaubwürdigkeit gehen. So weiß man, dass Thomas vermisst wird und sowohl Maja, als auch ihr Ehemann haben ständig neue Verletzungen, Wunden oder viel Dreck am Körper. Das stört aber offenbar niemanden und die polizeiliche Stippvisite, bei der eindeutig auch jedem blinden Cop die Unstimmigkeiten hätten auffallen müssen, verlief ereignislos. Vielleicht war es den Filmemachern nicht so wichtig, aber für einen solchen Film mit dieser sehr echt und realistisch anmutenden Geschichte hätte ich mehr Genauigkeit erwartet. Im Gesamteindruck und nach späterer Reflektion, finde ich „The Secret we keep“ spannend und auch unterhaltsam.

HaiHaiHaiHai

In einem Satz:

Vielleicht nicht unbedingt der allerbeste Film mit Noomi Rapace, aber dennoch ein packender Thriller mit einigen Überraschungen.

Text: The Shark, LEONINE
Fotos: LEONINE
Daten/Infos zum Film: LEONINE
Video: YouTube – Channel: MovieShark – Copyright: LEONINE

Der Artikel „The Secrets we keep“ enthält Werbung!