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Wenn das Leben mal wieder nicht so spielt, wie man es sich erhofft hat… Eine Geschichte über den Alltag und über das Ausbrechen! Ein Schwestern/Beziehungsdrama von Nancy Camaldo mit Giulia Goldammer in der Hauptrolle und einem Wiedersehen mit Anselm Bresgott („Luis van Beethoven).

Kinostart: 11. November 2021

STORY:

Hochsommer und lähmende Hitze in Deutschland: Lara (Giulia Goldammer) kümmert sich um ihre einjährige Tochter, ihr Freund Jacob (Thomas Schubert) schuftet derweil als Koch. Der Alltag ist kräftezehrend und eine Dunstglocke der Frustration hängt über dem Paar. Anerkennung, ob in der Beziehung oder auf der Arbeit, fehlt. Eines Tages lässt Lara das Baby wortlos bei Jacob zurück und bricht aus der Routine aus. Sie flüchtet in ihre Heimat Südtirol, wo ihre entfremdete Schwester Ida (Barbara Krzoska) mit einer Aushilfe den Bauernhof der verstorbenen Eltern instand hält. Doch Laras unverhofftes Auftauchen reißt alte Wunden auf und stört den zerbrechlichen Frieden. Können die Schwestern wieder zueinanderfinden und ihre Lebensentwürfe umschreiben?

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Daten zum Film:

Geballte Frauenpower: Mit „Windstill“ liefern Regisseurin Nancy Camaldo und die zwei Münchner Produzentinnen Sandra und Natalie Hölzel ein fulminantes Spielfilmdebüt ab. Vor der malerischen Kulisse Südtirols entfalten sie ein Schwesterndrama, das die Sehnsüchte und Ängste einer ganzen Generation spiegelt. Schauspielkino in Reinform sowie eine der spannendsten cineastischen Neuentdeckungen des Jungen Deutschen Kinos. Nach der Uraufführung auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis 2021 folgten Nominierungen als „Bester Schauspielnachwuchs“ für Giulia Goldammer und Thomas Schubert.

Schwestern/Beziehungs-Drama
Deutschland, 2021
mit Giulia Goldammer, Thomas Schubert, Anselm Bresgott, etc.
Freigegeben ab 12 Jahren*
Laufzeit: Ca. 115 Minuten
W-Film
OT: „Windstill“

*  In diesem Drama geht es um den Alltag! Zwar kann dieser auch manchmal echt gruselig sein, doch es ist mitten aus dem Leben und beinhaltet weder grobe Gewaltszenen, lediglich eine Duschszene, die aber durchaus auch für 12 jährige erträglich sein sollte. Somit stimme ich den 12 Jahren als Freigabe zu. 

Die Hauptdarsteller:

Thomasin McKenzie
als 
Eloise

Anya Taylor-Joy
als 
Sandie

Matt Smith
als 
Jack

Darsteller und ihre Rollen:
Giulia Goldammer: Lara
Thomas Schubert: Jacob
Barbara Krzoska: Ida
Anselm Bresgott: Rafael
Timo Jacobs: Boto
Anna Platen: Maya
Annette Kreft: Mara
u.a.

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Giulia Goldammer, Jahrgang 1993, spielt Lara eine junge Mutter wider Willen. Die Schauspielerin absolvierte ein Schauspielstudium an der Hochschule der Künste Bern und der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Seit ihrem Debüt auf großer Leinwand im Roadmovie „Meine Reise mit Vater“ (2014)war sie in mehreren Fernseh- und Kinofilmen zu sehen. Jüngst spielte sie neben Martina Gedeck und Ulrich Tukur in der erfolgreichen Komödie „Und wer nimmt den Hund?“ (2018). Diese Film ist ihre erste Kinohauptrolle.

Thomas Schubert, Jahrgang 1993, spielt er Jacob, Laras überforderten Freund. Er wurde als 17-jähriger in einem offenen Casting von Karl Markovics für die Hauptrolle in „Atmen“ (2011) entdeckt. Für sein Schauspieldebüt wurde Schubert vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Österreichischen Filmpreis sowie dem Darstellerpreis des Sarajevo Film Festivals. Es folgten Engagements in diversen Film- und Fernsehproduktionen, wie etwa „Egon Schiele – Tod und Mädchen“ (2015), „Nebel im August“ (2016), „SOKO“ (2017-18) und kürzlich in Jan Bonnys mit dem Preis der Deutschen Filmkritik prämierten „Wintermärchen“ (2018), für das Thomas Schubert mit Ricarda Seifried und Jean-Luc Bubert auch noch den Sonderpreis als Bestes Darsteller-Ensemble abräumte.

Barbara Krzoska, Jahrgang 1989, gibt in „Windstill“ als resolute Ida ihr Debüt auf der großen Leinwand. Sie absolvierte ein Schauspielstudium an der Bayerischen Theaterakademie August Everding. 2017 spielte sie eine Nebenrolle in Volker Schlöndorffs Fernsehproduktion „Der namenlose Tag“, ausgestrahlt im ZDF. Aktuell ist sie festes Ensemblemitglied des Saarländischen Staatstheaters Saarbrücken.

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Anselm Bresgott, Jahrgang 1999, spielt in diesem Film die Rolle des Rafael, Idas Aushilfe beziehungsweise auch Liebhaber. 2014 bekam er seine erste Hauptrolle im Fernsehfilm „Polizeiruf 110: Hexenjagd“. Es folgten weitere Auftritt im TV, u.a. in „Inga Lindström – Klang der Sehnsucht“ (2019) und in der Kinoproduktion „Das schönste Mädchen der Welt“ (2017). Im Dezember 2020 wurde die aufwändige ARD-Produktion „Louis Van Beethoven“ ausgestrahlt, in der er an der Seite von Tobias Moretti den jungen Komponisten Ludwig van Beethoven verkörpert. In „Windstill“ spielt er als Rafael Idas Aushilfe beziehungsweise Liebhaber.

Sharks Filmreview

Mich interessieren Film, die das unverblümte Leben zeigen sehr. Natürlich ist es immer auch wichtig mit großen Fantasy-Movies aus dem Alltag auszubrechen, doch mindestens genauso wichtig ist aber auch der Alltag selbst. Ein Kind zu haben bedeutet pausenlos Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig muss man seinen Job erledigen, um alles finanzieren zu können. Die im Film gezeigte Lara macht deutlich, wie eng Glück und Verzweiflung beieinander liegen können. Ich denke leider ist genau diese Situation in vielen Familien Gang und Gebe und somit hält Filmemacherin Nancy Camaldo der Gesellschaft mal einen  Spiegel vor. Die persönliche Geschichte eines guten Freundes habe sie inspiriert, sagt sie über die Idee zu „Windstill“ und die Echtheit ist zu spüren.

Zu Beginn erlebt man erst einmal nur die Geschichten zweier Frauen mit ihren „Partnern“ bzw. einen Einblick in das tägliche Leben. Ein Zusammenhang oder ein roter Faden ist nicht zu erkennen und so verbleibt erst einmal ein Fragezeichen, denn so hätte es auch eine Dokumentation zweier Lebensweisen sein können. Doch der Kreis schließt sich natürlich und die Verbindung dieser beiden Plots wird hergestellt. Die schauspielerische Leistung der Darsteller ist ausgezeichnet und es freut mich ganz besonders auch Anselm Bresgott, den ich als jungen „Louis van Beethoven“ großartig fand, wieder in einem Film zu sehen. Auch hier kann er wieder überzeugen, auch wenn es im Verhältnis eher eine kleinere Rolle ist. Giulia Goldammer kristallisiert sich als insgeheime Hauptdarstellerin heraus und hat hier auch ganz Arbeit geleistet. Letztlich ist es das Leben, was hier immer wieder im Mittelpunkt steht, was allerdings auch ein wenig dazu führt, dass es kaum herausstechende Highlights gibt. Ein bisschen mehr Spannung hätte „Windstill“ durchaus noch gut tun können.

Ein Film für ein spezielles Publikum, der aber durchaus sein Genre sehr gekonnt vertritt. Hier muss man sich gezielt entscheiden diesen Film zu schauen, doch dann wird man nicht enttäuscht. Eine gute Aussage, eine gute und realistische Darstellung der Geschichte und eine sehr gut gewählt Auswahl an Schauspielern machen „Windstill“ für mich zu einem weitestgehend sehenswerten Werk seiner Art.

HaiHaiHaiHaiHai

Fazit:

Ein spezieller Film für Fans dieses besonderen Genres. Hier wird die Wahrheit gezeigt und man taucht mitten ins Leben zweier Frauen, die jede auf ihre Art den Alltag meistern und deren Weg wieder zusammenführt. Nicht geeignet für Mainstreamfans, aber eine Perle für Liebhaber von unverblümter Realität in Filmen.

Text: The Shark, W-Film
Fotos:  © W-Film
Daten/Infos: W-Film, Wikipedia, IMDb
Video: YouTube – Channel: Movie-Shark – Copyright: W-Film

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