reviewweissbierimblut

Es kommt vor, dass auf der Kinoleinwand lupenreines Bayerisch gesprochen wird! Dazu kommt noch eine dörfliche Kriminalgeschichte und fertig ist der Mundart-Krimi mit Sigi Zimmerscheid in der Hauptrolle des Kommissar Kreuzeder. Der Film startete am 27. Mai 2021 in einigen wenigen Kinos in Deutschland.

STORY:

Der Duft von Kuhfladen weht über dem abgelegenen, hochverschuldeten Holznerhof, als Kommissar Kreuzeder (Sigi Zimmerschied) den Tatort betritt: In der Scheune unter dem Mähdrescher liegt – in seine Einzelteile zerlegt – eine nicht zu identifizierende Leiche. Nur sehr widerwillig macht sich der einst beste Kommissar Niederbayerns an den Fall, denn inzwischen verbringt Kreuzeder seine Zeit statt am Schreibtisch lieber im Wirtshaus, wo er so ganz nebenbei das Herz der üppigen Kellnerin Gerda Bichler (Luise Kinseher) erobert. Eindruck macht der Kreuzeder auch auf die Polizeipsychologin Frau Dr. März (Brigitte Hobmeier), die ihn auf seine Berufstauglichkeit überprüfen soll. Zwei Leichen später überträgt Kreuzeders Vorgesetzter, Kriminaloberrat Becker (Johannes Herrschmann), den Fall endgültig an den jungen Kollegen Klotz (David Zimmerschied). Aber das lockt den schrägen Ermittler mit der unkonventionellen Berufsauffassung und reichlich Weißbier im Blut nun doch aus der Reserve. Und damit fängt der Spaß erst richtig an…

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Daten zum Film:

Bayerische Krimikomödie
Deutschland, 2021
mit Sigi Zimmerschied, Brigitte Hobmeier, Luise Kinseher, etc.
Freigegeben ab 12 Jahren*
Laufzeit: Ca. 93 Minuten
TOBIS
OT: „Weissbier im Blut“

* Der Film ist eigentlich nicht wesentlich anders als jeder Sonntag-Abend Krimi, allerdings würde man diese vermutlich auch niemandem unter 12 Jahren zumuten, also ist die Altersbeschränkung gerechtfertigt.

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Die Cast/Darsteller:

Sigi Zimmerschied
als
Kreuzeder

Luise Kinseher
als
Gerda Bichler

Brigitte Hobmeier
als
Dr. Carmen März

Johannes Herrschmann
als 
Becker

Darsteller und ihre Rollen:
Sigi Zimmerschied: Kommissar Kreuzeder
Brigitte Hobmeier: Dr. Carmen März
Luise Kinseher: Gerda Bichler
Johannes Herrschmann: Becker
Max Schmidt: Bauer Holzner
Eva Sixt: Bäuerin Holzner
Ferdinand Dörfler: Gastwirt
u.a.

Sigi Zimmerschied,  der Schauspieler, Autor, Filmemacher und Kabarettist wurde 1953 in Passau. Dort gründete er 1975 zusammen mit Bruno Jonas die Kabarettgruppe „Die Verhohnepeopler“. Schon die Aufführung ihres ersten Stücks „Himmelskonferenz“ sorgte für einen Skandal und brachte Zimmerschied eine Anklage wegen Gotteslästerung ein, von der er aber freigesprochen wurde. 1983 gründete er das Passauer Volkstheater. Seit 1982 machte er sich auch als Schauspieler einen Namen, mit meist stoischer Mine und in oft ätzendem, wortgewaltigem Dialekt. Im Kino gehörte er zum Ensemble von Marianne Rosenbaums Nachkriegs-Drama „Peppermint Frieden“  (1982), Josef Rödls „Grenzenlos“ (1982), „Der wilde Clown“ (1986) oder „Himmelsheim“ (1989). Mit „Schartl“ gab er 1994 sein Regiedebüt, spielte, fungierte als Komponist und Produzent. Danach agierte Zimmerschied wieder ausschließlich vor der Kamera, u. a. in „Die Perlmuttfarbe“, war der Pfarrer in  „Eine ganz heiße Nummer“, spielte „Maria Mafiosi – Jeder sehnt sich nach Familie“ (2017) oder zeigte sich als Umweltminister in „Wackersdorf“ (2018). Als Dienststellenleiter Moratschek sammelte er einschlägige Erfahrungen im Bayernkrimi-Genre in den bislang sieben Rita-Falk-Kino Adaptionen „Dampfnudelblues“ (2013), „Winterkartoffelknödel“ (2014), „Schweinskopf al Dente“ (2016), „Griesnockerlaffäre“ (2017), „Sauerkrautkoma“(2018), „Leberkäsjunkie“ (2019) und zuletzt „Kaiserschmarrndrama“ (2020). Auch im Fernsehen bewegt er sich im Krimi-Genre. Der vielfach ausgezeichnete Kabarettist veröffentlichte selbst auch einige Bücher und sprach zahlreiche Hörspiele ein. Sein Bühnen-Gesamtwerk mit allen Soloprogrammen ist auf DVD erhältlich.

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Brigitte Hobmeier, die gebürtige Münchnerin machte sich zunächst auf Theaterbühnen einen Namen, ehe sie ihren Ruf als eine der interessantesten deutschen Schauspielerinnen auch auf der großen und kleinen Leinwand festigte. Die Tochter eines Heizungsinstallateurs wuchs im Münchner Vorort Ismaning auf und absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Essener Folkwang Hochschule. Sie spielte Theater in Düsseldorf und Neuss und gehörte zu Peter Steins „Faust“-Team, ehe das Münchner Volkstheater sie von 2002 – 2005 ins Ensemble holte. Anschließend wechselte sie an die Münchner Kammerspiele. 2013 – 2015 war sie die Buhlschaft im „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen. Für ihre Bühnenarbeit wurde Hobmeier mehrfach ausgezeichnet. Neben dem Theater kann die Schauspielerin eine umfangreiche Film- und Fernsehkarriere vorweisen, für die sie zweifach mit dem Grimme-Preis und dem Bayerischen Filmpreis als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Hans Steinbichler besetzte sie in „Winterreise“(2006), sie spielte u. a. in „Nichts als Gespenster“ (2007), „Die Frau des Anarchisten“ (2009), „Räuber Kneissel“ (2008), „Die Perlmutterfarbe“ (2008) und „Sommer in Orange“  (2011), „Tannöd“ (2009), „Ende der Schonzeit“ (2013, Bayerischer Filmpreis) und den Komödien „Was machen Frauen morgens um halb vier“ (2012) und „Frau Mutter Tier – Der ganz normale Wahnsinn“ (2018). 14 Im Fernsehen sorgte sie als „Die Hebamme – Auf Leben und Tod“ (2010) ebenso für Aufsehen wie in „Ein Teil von uns“ (2016, jeweils Grimme-Preis) und u.a. der Serie „Oktoberfest“ zu sehen.

Luise Kinseher verbrachte ihre Kindheit im niederbayerischen Geiselhöring. Nach dem Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft und Geschichte in München folgten seit 1996 erste Film- und Fernsehrollen, u. a. im „Tatort“ sowie zahlreichen Folgen von „Café Meineid“ und „München 7“, in „Nix für ungut“, „Ottis Schlachthof“ und „Die Rosenheim Cops“. Im Kino war Kinseher u.a. in „Vorne ist verdammt weit weg“ (2007), „Beste Zeit“ (2007) und Leander Haußmanns „Das Pubertier“ (2017) zu sehen. Seit 1998 spielt Kinseher ihr Talent vor allem auf deutschsprachigen Kabarettbühnen aus. Für ihre Programme erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Kabarettpreis der Stadt München, den Ernst Hoferichter-Preis und den Bayerischen Kabarettpreis. Einem Millionenpublikum wurde sie als Mama Bavaria bekannt. Als diese nahm sie – als erste Frau überhaupt – von 2011 bis 2018 am Aschermittwoch am Nockherberg die Politiker auf Korn und las ihnen die Leviten in der Salvatorrede. Ihr aktuelles Programm hat den Titel „Mamma Mia Bavaria! Heimat ist da, w es besonders weh tut!“.

Sharks Filmreview

Es wird bayerisch im Kino! Für diese Art von Film gibt es eine ganz besondere Zielgruppe, eine echte Fangemeinde. Spätestens seit Filmen wie „Sauerkrautkoma“, „Leberkäsjunkie“ und „Schweinskopf al Dente“, aber streng genommen schon seit den 60er/70er Jahren ist „Bayerisch“ ein ganz eigenes Genre. Ich möchte an dieser Stelle allerdings auch nicht verschweigen, dass ganz sicher nicht jeder etwas mit diesen Produktionen anfangen kann, aber dafür sind sie auch nicht gemacht. Hier erlebt man keinen Blockbuster mit Spezialeffekten, sondern handgemachtes Filmmaterial. Bauernhof, Schweinshaxe und die gute alte Gastwirtschaft inklusive. Der Regisseur hat Jörg Graser hat mit „Weissbier im Blut“ übrigens seinen eigenen Roman verfilmt.

Bei einem Film wie diesen bin ich zwiegespalten, denn eigentlich möchte ich mich fragen, warum man ein solches Werk ins Kino bringt. Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen einem sonntäglichen Krimi im Ersten und „Weissbier im Blut“? Sind wir ehrlich, es gibt keinen! Manche haben eben einfach das Glück, dass ein mutiger Verleiher ein bisschen mehr daran glaubt und schon gibt es einen Leinwand-Starttermin. In diesem Fall kam ja leider die Corona-Pandemie allem ein wenig in die Quere und so startete der Krimi nur in wenigen Lichtspielhäusern. Die Story ist typisch eines TV-Kriminalfilms: Ein Mord muss von dem örtlichen Kommissar aufgeklärt werden. In diesem speziellen Fall ist es mit Kreuzeder ein ziemlich verschrobenes Exemplar eines Gesetzeshüters. Das wird innerhalb der Dialoge auch mehrfach deutlich kommuniziert und thematisiert. Es ist alles wie an einem Sonntagabend, man kann ein bisschen rätseln, sich am Dialekt erfreuen und die Einfachheit des Dorflebens über sich ergehen lassen.

Ich betrachte diesen Film als eher neutral, denn auch wenn es nicht meinen Filmgeschmack trifft, so kann man ihm eine gewissen Komik und auch Genretauglichkeit nicht absprechen. Ein bisschen mehr Pepp hätte ich mir gewünscht und manche Rollen fand ich auch eher störend, als brauchbar. Zudem kam bei mir nie wirklich Spannung auf, was man bei einem Krimi aber doch irgendwie erwarten kann. Ich denke, man muss echter Fan sein, um sich diesen Film auch im Kino ansehen zu wollen, ansonsten kann man auch locker warten, bis uns die Free-TV-Premiere, vermutlich im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, erreicht.

HaiHaiHaiHaiHai

In einem Satz:

Ein typischer, regionaler Krimi aus bayerischen Landen, der auch als sonntäglicher Krimi im TV gut passen würde, aber nicht unbedingt eine Leinwand benötigt um gezeigt zu werden.

Text: The Shark, Tobis
Fotos:  © Tobis
Daten/Infos: Tobis, Wikipedia, IMDb
Video: YouTube – Channel:  Movie-Shark – Copyright: Tobis

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