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Eine einsame Frau trifft nicht ganz freiwillig auf eine Lebedame und stellt dabei ihr eigenes Dasein in Frage. Ein anspruchsvoller Film der uns ab  November 2021 von Tobis präsentiert wird. In den Hauptrollen Kate Winslet und Saoirse Ronan mit beeindruckender Kulisse.

Kinostart: 04. November 2021
Homevideo-VÖ: 07. Januar 2022

STORY:

England Mitte des 19. Jahrhunderts: Resigniert von der männlich-dominierten Wissenschaftswelt Londons, hat sich die einst gefeierte Paläontologin Mary (Kate Winslet) in ein Provinznest an der Küste im Südwesten Englands zurückgezogen. Dort hält sie sich und ihre von Krankheit gezeichnete Mutter (Gemma Jones) mühsam mit dem Verkauf von Fossilien an Touristen über Wasser. Deshalb kann Mary auch das lukrative Angebot eines wohlhabenden Kunden keinesfalls ausschlagen, der ihr seine schwermütige junge Ehefrau Charlotte (Saoirse Ronan) zur Erholung in Obhut geben will, um seine Studienreise ungestört fortsetzen zu können. Mary begegnet ihrem ungewollten Gast zunächst kühl und abweisend, bis Charlotte schwer erkrankt und Marys volle Aufmerksamkeit erfordert. Einhergehend mit Charlottes Genesung, gewinnt auch Mary langsam die Lebensfreude zurück, und ihre schroffe Fassade beginnt zu bröckeln. Aus den für beide unerwarteten Glücksgefühlen entwickelt sich bald leidenschaftliche Begierde, die alle gesellschaftlichen Konventionen ins Wanken bringt und den Lebensweg beider Frauen unwiderruflich verändern wird.

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Daten zum Film:

Historisches Drama
GB, 2020
mit Kate Winslet und Saoirse Ronan
Freigegeben ab 12 Jahren*
Laufzeit: Ca. 188 Minuten
TOBIS
(OT:“ Ammonite“)

* Eine Einstufung des Films halte ich prinzipiell schon für richtig, jedoch gibt es einige sexuelle Handlungen innerhalb des Films, die durchaus auch eine höhere Grenze einfordern könnten. Da das Thema des Films nicht unbedingt für Kinder unter 16 Jahren geeignet ist, würde ich hier allerdings sowie schon Gründen des allgemeinen Verständnis anders ansetzen.

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Die Cast/Darsteller:

Kate Winslet
als
Mary Anning

Saoirse Ronan
als
Charlotte Murchison

Gemma Jones
als
Molly Anning

Darsteller und ihre Rollen:
Kate Winslet: Mary Anning
Saoirse Ronan: Charlotte Murchison
Gemma Jones: Molly Anning (Mary´s Mutter)
James McArdle: Roderick Murchison (Charlotte´s Ehemann)
u.a.

Kate Winslet spielt die verbitterte Paläontologin Mary, die gemeinsam mit ihrer Mutter im England des 19. Jahrhunderts lebt.  Die selbst auch aus Großbritannien stammende Schauspielerin hat mit ihrer Rolle der Rose in „Titanic“ (1997) einen ewigen Meilenstein der Filmgeschichte legen können. Ihre Karriere begann 1991 mit den TV-Serien „Dark Season“ (6 Folgen) und „Shrinks“. Ein Jahr später übernahm sie eine der Hauptrollen in „Get Back“ (15 Folgen – 1992 bis 1993) und war 1994 erstmals in einem Film mit dem Titel „Heavenly Creatures“ zu sehen. An der Seite von Emma Thompson hatte sie mit der Produktion „Sinn und Sinnlichkeit“ (1995) ihren großen Durchbruch, landete mit „Hamlet“ (1996) als Ophelia einen Volltreffer. Die 90er Jahre waren für Kate Winslet Hollywood auf ganz oberer Karrierestufe und sie konnte ihre Klasse über die vielen Jahre halten. Sie wurde insgesamt bislang 7 Mal für den begehrten Oscar nominiert und durfte ihn 2009 für die weibliche Hauptrolle in „Der Vorleser“ entgegen nehmen. Hier noch ein paar weitere Highlights der 1975 in Reading geborenen Actress: „Marrakesch“ (1998), „Wenn Träume fliegen lernen“ (2004), „Liebe braucht keine Ferien“ (2006), „Der Gott des Gemetzels“ (2011), „Die Bestimmung“ (mehrere Teile), „Blackbird: Eine Familiengeschichte“ (2019) und „Mare of Easttown“ (Miniserie mit 7 Folgen – 2021). 2022 wird sie die Rolle der Ronal in „Avatar 2“ übernehmen.

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Saoirse Ronan spielt die lebensfrohe Charlotte, die von ihrem Ehemann im Küstenstädtchen „abgeladen“ wird und dort auf Mary trifft. Die Schauspielerin aus den Bronx in New York City gilt als die Entdeckung der letzten Jahre und wurde bereits 4 Mal für den Oscar nominiert. Erstmals übrigens bereits 2008 für die Nebenrolle der 13jährigen Briony in „Abbitte“ (2007). Ihre Karriere begann im Alter von 9 Jahren mit Serienrollen in „The Clinic“ (4 Folgen – 2003 bis 2004) und „Proof“ (4 Folgen – 2005). Mit „Wer ist Hanna?“ (2011) schaffte sie dann den richtigen Durchbruch im Filmbusiness und spielte fortan in großen Filmen wie u.a. „Grand Budapest Hotel“ (2014), „Lady Bird“ (2017), „Maria Stuart, Königin von Schottland“ (2018) und „Little Women“ (2019.

Gemma Jones spielt die kranke Mutter von Mary. Die 1942 in London geborene Schauspielerin ist schon seit den frühen 60er Jahren vor der Kamera und feierte ihr Debüt in der TV-Serie „No Hiding Place“ (1 Folge – 1962). Es waren überwiegend TV-Serien und -Movies, in denen sie verschiedenste Rollen übernahm. Mitte der 70er wurde sie dann wesentlich bekannter, als sie die Louisa Trotter in „Das Hotel in der Duke Street“ (31 Folgen – 1976 bis 1977) darstellen durfte. Mit Kate Winslet und Emma Thompson war sie in „Sinn und Sinnlichkeit “ (1995) zu sehen und übernahm etliche Hauptrollen, z.B. in „Eine Sommernachsliebe“ (1995). Zu sehen war sie zudem in Erfolgfilmen wie „Oscar Wilde“ (1997), „Shanghai Knights“ (2003), „Radiator“ (2014) und „Ein Mops zum Verlieben“ (2018), „Rocketman“ (2019). Viele werden sie aber eher als Mutter von Bridget in den „Bridget Jones“-Filmen oder natürlich als Madama Pomfrey aus „Harry Potter“ kennen.

Sharks Filmreview

Manchmal muss es einfach auch mal anspruchsvolles Filmmaterial sein, was mit in die Finger gerät und bei dieser großartigen Besetzung mit Kate Winslet, Saoirse Ronan und Gemma Jones, muss man einfach hinschauen. Es ist kein lautes Kino, kein CGI-Spektakel, sondern ein ruhiger, mitfühlender Film, der einzig und allein durch seine schauspielerische Klasse hervorsticht. Das Thema zweier unterschiedlicher Frauen ist sicherlich nicht neu, aber dennoch konnte Frances Lee mit Drehbuch und als Regisseur hier ein besonderes Werk erschaffen. „Ammonite“ bringt verschiedene Stimmungen auf den Punkt und insbesondere Kate Winslet zeigt einmal mehr, welch fast schon unvergleichliche Wandelbarkeit in ihr steckt. Wir alle kennen sie noch als attraktives, junges Mädchen in „Titanic“ und nun ist sie eine verbitterte ältere Frau.

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Neben Story und Darstellerin gibt es aber noch einen weiteren erwähnenswerten Punkt dieser Produktion. Es ist die Auswahl des Drehortes und der herrlichen Bilder des Küstenstädtchens. Auch wenn die Stimmung teilweise durchaus bedrückend ist, so verspürt man die Reiselust und möchte am Liebsten bei Mary vorbeischauen um ein paar ihrer Fossilien abzukaufen. Der Film erfährt schließlich eine Wandlung und von der eher trüben Darstellung zeigt sich auch im Bild der wiederkehrende Lebensmut der Hauptdarstellerin. Zudem wird mit der lesbischen in einer Zeit des 19 Jahrhunderts, in der das noch nicht allgemein akzeptiert wurde, ein gesellschaftskritisches Thema angesprochen.

Dieser Film ist sicherlich kein Film für eine breite Masse an Kinobesuchern, sondern bedarf schon einer gezielten Auswahl. Es ist ein emotionales und einnehmendes Werk, welches in vielen Punkten das Prädikat „wertvoll“ mehr als verdient hat. Nochmals sei erwähnt, dass Winslet und Ronan hier ein Schauspiel darbieten, welches ich in dieser Qualität in der heutigen Zeit leider viel zu selten sehe.

HaiHaiHaiHaiHai

In einem Satz:

Beeindruckend, emotional, verführerisch und mitreißend! Mit diesen Worten kann man das Werk von Francis Lee schnell beschreiben. Großartige Schauspieler komplettieren dieses für anspruchsvolle Kinogänger gemachte Werk.

Hier könnt ihr den Film kaufen oder streamen:

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Text: The Shark, Tobis
Fotos:  © Tobis
Daten/Infos: Tobis, Wikipedia, IMDb
Video: YouTube – Channel: Movie-Shark – Copyright: Tobis

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