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Die Weihnachtszeit kommt langsam auf uns zu und da ist es schön, mal wieder ein wenig von der Welt der großen Actionspektakel abzuweichen und einem Abenteuer zu folgen. „Rémi – Sein grösstes Abenteuer“ ist ein Äquivalent zu Oliver Twist. Der Waisenjunge Rémi wird von der sanftmütigen Friseurin Madam Barberin aufgezogen. Doch dann gerät er im Alter von zehn Jahren in die Obhut eines fahrenden Musikanten, der ihn mit auf Wanderschaft nimmt. An dessen Seite und in Begleitung von dem Hund Capi und dem kleinen Affen Joli-Coeur reist der Junge durch ganz Frankreich und kommt schließlich dem Geheimnis seiner Herkunft auf die Spur.

Kinostart: 04. November 2021

STORY:

Der junge Remí verliert sein zu Hause, als seine Adoptiv-Eltern ihn nicht mehr ernähren können. Aber statt ihn zurück ins Kinderheim zu bringen, verkauft sein Adoptivvater ihn an den mysteriösen Gaukler Vitalis. Der anfänglich furchteinflößende Mann kümmert sich schließlich liebevoll um ihn. Er fördert seine Talente und Remí bestreitet mit ihm auf der Straße gemeinsam mit Hund Capi und dem Äffchen Joli-Coeur die Auftritte, um Geld zu verdienen. Eine lange Reise durch Frankreich führt ihn zu vielen netten Menschen. Aber die vier Wanderer müssen viele Abenteuer bestehen und als Vitalis erkrankt, spitzt sich die Lage zu. Wie soll es weitergehen? Schließlich stehen beide den Geheimnissen ihrer Herkunft gegenüber.

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Daten zum Film:

Märchen-Abenteuer
Frankreich, 2018
mit Daniel Auteuil, Maleaume Paquin, Virginie Ledoyen, etc.
Freigegeben ab 6 Jahren*
Laufzeit: Ca. 109 Minuten
Der Filmverleih
OT: „Rémi Sans Famille“

*  Eine sehr gefühlslastige Erzählung, die zwischendurch auch seine bedrückenden Momente hat. Ich denke, hier kann bei sensibles 6-10 jährigen schon mal ein Tränchen kullern. Dennoch würde ich in allerdings auch ab 6 Jahren einstufen, da letztlich keine wirklichen bildtechnischen und inhaltlichen Dinge dagegen sprechen.

Die Hauptdarsteller:

Maleaune Paquin
als 
Rémi

Daniel Auteuil
als 
Vitalis

Capi

Darsteller und ihre Rollen:
Daniel Auteuil: Vitalis
Maleaume Paquin: Rémi
Virginie Ledoyen: Madame Harper
Jonathan Zaccai: Jeróme Barberin
Jacques Perrin: Rémi (älter)
Ludivine Sagnier: Madame Barberin
Albane Masson: Lise
u.a.

Der 13jährige Maleaume Paquin spielt den jungen Rémin. Er hat bereits in drei Spielfilmen mitgewirkt. Neben Rémin sans Famille hat er 2017 in dem französischen Spielfilm La Mante mitgespielt und in 2019 in Fourmi (Die Ameise), in einer Hauptrolle. Der Film lief im Rahmen der 36. Französischen Filmtage Tübingen – Stuttgart/2019.

Daniel Auteuil ist der reisende Künstler Vitalis. Der Schauspieler wurde 1950 in Algerien geboren ist sowohl Theater- als auch Filmschauspieler, Regisseur und Drehbuchautor und gehört zu den bedeutendsten französischen Charakterdarstellern der Gegenwart. Seit seinem Kinofilmdebüt 1975 in Gérard Pirès‘ Die Entfesselten wirkte er in mehr als 100 Filme mit. Für kurze Zeit war Auteuil (1985) auch als Sänger aktiv, 2004 veröffentlichte er sein erstes Buch Il a fait l’idiot à la chapelle mit Illustrationen von Sempé. Im Jahr 2010 gab er sein Debüt als Regisseur und realisierte das Filmdrama La fille du puisatier nach einem Roman von Marcel Pagnol; im Film übernahm er auch eine Nebenrolle. Zudem verfilmt er die Trilogie Marsaillaise Pagnols; Marius und Fanny liefen 2013 in den Kinos an, César wird die Trilogie abschließen, wobei Auteuil in allen drei Filmen die Rolle des César übernimmt. Unter der Präsidentschaft von Steven Spielberg war Auteuil 2013 Mitglied der Wettbewerbsjury bei den 66. Filmfestspielen in Cannes. Bereits 2008 war Auteuil nach längerer Bühnenabstinenz in Molières Die Schule der Frauen wieder am Theater aktiv und ging 2009 mit dem Stück auch auf Theatertournee. Unsere Frauen von Eric Assous, das unter der Regie von Richard Berry von September 2013 bis Februar 2014 lief, wurde 2013 zu einer der erfolgreichsten Aufführungen am französischen Privattheater. Auteuil erhielt für seine Rolle des Mediziners Paul 2014 eine Molière-Nominierung als Bester Hauptdarsteller.

Sharks Filmreview

Es ist einfach schön, dass es solche Filme überhaupt noch gibt. Wenn draußen die Tage kürzer werden, es wird früher dunkel, dann kann man sich mit einem warmen Tässchen Kakao von einem Märchen-Abenteuer mitnehmen lassen. „Rémi – Sein größtes Abenteuer“ trägt einen für unsere Ohren eher komischen Namen. Mir kam sofort ein Satz wie“ Dat is der Kevin seiner…“ in den Sinn, was gleich mal ein wenig Glanz vom Ganzen nimmt. Der englische Titel „Rémi – Nobody´s Boy“ oder auch der Originaltitel „Rémi sans famillie“ (Remi ohne Familie) passt da wesentlich besser. Nun ändert das aber zum Glück nichts am Inhalt und der Story.

In vielen Punkten würde ich tatsächlich diesem Film viele Sharks verleihen! So mag ich die Geschichte insgesamt, als auch die Darsteller und besonders beeindruckend finde ich hier die tollen Landschaftsaufnahmen. So stelle ich mir tatsächlich, zumindest in diesen Punkten, ein schönes Märchen für die ganze Familie vor. Zwar gibt es immer wieder einige sehr traurige Situationen, in denen der Junge und sein „Meister“ geraten und wenn man mal ganz ehrlich ist, so fehlt auch eigentlich die ganze Zeit das Ziel der Geschichte. Wo das alles hinführen wird, ist durchgehend unklar, was natürlich auch durchaus eine positive Eigenschaft sein kann, wobei man allerdings nie wirklich von einem bahnbrechenden Twist überrascht wird. Meistens kann man es schon vorhersehen und das nimmt in vielen Momenten die Spannung raus. Dazu stelle ich mir natürlich grundsätzlich noch eine wichtige Frage: Warum lässt die „Mutter“ zu, dass der „Vater“ den Jungen für ein paar Geldstücke an einen völlig Fremden verscherbelt.

Basierend auf dem französischen Roman „Heimatlos“ von Hector Malot, ist dieser Filme eine weitere Verfilmung dieses Stoffes. Die Umsetzung an sich hat mich sehr gut unterhalten, auch wenn ich mir manchmal eine etwas weniger bedrückende und traurige Darstellung gewünscht hätte. Hier geht es um Vertrauen und Freundschaft, was allerdings erst einmal im Laufe des Films erwachen muss. Der Unterhaltungsfaktor war ganz nett und „Rémi – Sein größtes Abenteuer“ eignet sich sehr gut für einen Familien-Filmnachmittag. Leider wird der Film zum Kinostart nur in wenigen Häusern gezeigt, so dass vermutlich viele auf die Homevideo-VÖ warten müssen.

HaiHaiHaiHaiHai

Fazit:

Eine weitere Romanverfilmung des Stoffes von Autor Malot mit bildgewaltigen Momenten, traurigen Situationen und einem netten Fingerzeig in Richtung Freundschaft und Vertrauen. Familienfilm einem ganz netten Unterhaltungswert, aber kein Must-See.

Text: The Shark, Der Filmverleih
Fotos:  © Der Filmverleih
Daten/Infos: Der Filmverleih, Wikipedia, IMDb
Video: YouTube – Channel: Movie-Shark – Copyright: Der Filmverleih

Der Artikel „Rémi Sein grösstes Abenteuer“ enthält Werbung!