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Als Erich Kästner im Jahr 1931 den Roman „Fabian. Die Geschichte eines Moralisten“ veröffentlichte, hat er sicherlich nicht damit gerechnet, dass sein Inhalt einmal Stoffe eines hochgelobten Berlinale Films mit dem neuen Titel „Fabian oder der Gang vor die Hunde“ werden würde. Die letzten Tage der Weimarer Republik in der die Moral der Gesellschaft der Haupttenor sind, wurde mit Tom Schilling in der Titelrolle besetzt.

Kinostart: 05. August 2021
Homevideo-VÖ: 14. Januar 2022

STORY:

Jakob Fabian lebt Anfang der dreißiger Jahre in Berlin. Tagsüber arbeitet er als Werbetexter in einer Zigarettenfabrik, nachts zieht er mit seinem besten Freund Labude durch Kneipen, Bordelle und Künstlerateliers. Im Gegensatz zu seinem wohlhabenden Freund bleibt Fabian dort ein distanzierter Beobachter. Auch mit den herrschenden Zeiten der Unsicherheit, denen sich Labude mit politischem Aktivismus entgegenzusetzen versucht, kann Fabian nicht viel anfangen und kommentiert die Geschehnisse ironisch. …

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Daten zum Film:

Drama
Deutschland, 2021
mit Tom Schilling, Dominik Graf, Felix von Boehm, etc.
Freigegeben ab 12 Jahren*
Laufzeit: Ca. 178 Minuten
DCM FILM DISTRIBUTION GmbH
OT: „Fabian oder der Gang vor die Hunde“

* Der Film ist ein Kunstwerk, allerdings spielt in diesem Kunstwerk die Sexualität eine durchaus wiederkehrende Rolle. Es gibt keine wirklich bedenklichen Nacktszenen, aber es gibt sie und daher finde ich diese Altersbeschränkung gerade so OK. Mit 16 Jahren würde ich mich allerdings ein wenig wohler fühlen.

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Die Hauptdarsteller:

Tom Schilling
als 
Dr. Jakob Fabian

Saskia Rosendahl
als 
Cornelia Battenberg

Albrecht Schuch
als 
Stephan Labude

Darsteller und ihre Rollen:
Tom Schilling: Dr. Jakob Fabian
Saskia Rosendahl: Cornelia Battenberg
Albrecht Schuch: Stephan Labude
Meret Becker: Irene Moll
Lena Baader: Selow
Eva Medusa Gühne: Witwe Hohlfeld
Catalina Navarro Kirner: Frau Menasse
Petra Kalkutschke: Mutter Fabian
Caroline Adam Bay: Sängerin
Brian Völkner: Kollege Fischer
Sascha Maaz: Caligula
u.v.a.

Tom Schilling, geboren 1982 in Berlin, spielt die Titelfigur Dr. Fabian in dieser Verfilmung. Er trat erstmals 1988 im DDR-Film „Stunde der Wahrheit“ als Schauspieler in Erscheinung. Er spielte anschließend in einigen Theaterproduktionen mit und schaffte mit „Crazy“(2000) an der Seite von Robert Stadlober den Durchbruch. Mit ihm zusammen drehte Schilling außerdem im Jahr die Filme „Verschwende Deine Jugend“ (2003) und „Schwarze Schafe“ (2006). In „Napola – Elite für den Führer“ spielte er an der Seite von Max Riemelt die zweite Hauptrolle. 2006 bekam er ein Stipendium für die Lee-Strasberg-Schauspielschule in New York. 2009 war er als junger Adolf Hitler in „Mein Kampf“ zu sehen. Besondere Aufmerksamkeit erlangte Tom Schilling für seine Hauptrolle in der Tragikomödie „Oh Boy“ (2012). Für seine Leistung erhielt er den Bayerischen Filmpreis, den Deutschen Filmpreis und wurde für den Preis der Deutschen Filmkritik sowie den Europäischen Filmpreis 2014 in der Kategorie als Bester Schauspieler nominiert. 2013 war Schilling in dem Fernsehdreiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“ (2013) zu sehen und wurde dafür als Bester Schauspieler National mit einem Bambi ausgezeichnet. 2019 war Tom Schilling in Jan-Ole Gersters Film „Lara“ (2019), in der deutschen Komödie „Goldfische (2019) sowie in „TKKG – Jede Legende hat ihren Anfang“ (2019) zu sehen. Zuletzt stand er für Leander Hausmanns „Stasikomödie“ und für die Serie „Ich und die anderen“ vor der Kamera.

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Saskia Rosendahl spielt Fabian´s Freundin. Sie wurde 1993 in Halle an der Saale geboren, hatte bereits mit acht Jahren erste Bühnenauftritte als Mitglied des Kinderballetts der Oper Halle. Ihr Leinwanddebüt gab sie 2010 in „Für Elise“. Ein Jahr später überzeugte sie in der Titelrolle in Lore (2011), der Rosendahls Durchbruch als Schauspielerin markierte – sie erhielt verschiedene Auszeichnungen für ihre Leistung, unter anderem den Australischen Filmpreis und die Ehrung als Beste Schauspielerin auf dem 23. Stockholmer Film Festival. Im Rahmen der Berlinale 2013 wurde Rosendahl als European Shootingstar ausgezeichnet und im selben Jahr für den New Faces Award als Beste Nachwuchsschauspielerin nominiert. 2013 sah man sie in Denis Dercourts Psychothriller „Zum Geburtstag“ sowie in „Der Geschmack von Apfelkernen“. Außerdem brilliert Rosendahl in dem mehrfach preisgekrönten Drama „Wir sind jung. Wir sind stark.“(2015), in Nicolette Krebitz‘ provokantem Drama „Wild“(2016) und in „Nirgendwo“ (2016). Nach TV-Auftritten wie in Hans-Christian Schmidts Miniserie „Das Verschwinden“ (2017) und in der vierten Staffel der sehr erfolgreichen ARD-Serie „Weissensee“ (2018), spielte sie in dem umfassenden Epos von Florian Henckel von Donnersmarck „Werk ohne Autor“ (2018) die Rolle der Elisabeth May an der Seite von Tom Schilling, Sebastian Koch und Paula Beer. Zuletzt war Saskia Rosendahl in der dritten Staffel der erfolgreichen Serie „Babylon Berlin“, in „Mein Ende. Dein Anfang“ (2019) sowie in Sabrinas Sarabis Kinodebüt „P´relude“ (2019) zu sehen.

Albrecht Schuch spielt Labude, den Freund Dr. Fabians´. Er wurde 1985 in Jena geboren und besuchte von 2006 bis 2010 die Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig. Seit 2001 ist er auf verschiedenen Theaterbühnen u. a. in Jena, Leipzig, Wien und Berlin zu sehen. 2002 folgten neben seinen Theaterengagements auch die ersten Film- und TV-Produktionen u. a. „Polizeiruf 110: Schatten“ (2009), „Der Alte: Ende der Schonzeit“ (2009) und „Tatort: Falsches Leben“ (2009). 2010 sah man Albrecht Schuch in Sven Regeners Romanverfilmung „Neue Vahr Süd“, wofür er mit dem Deutschen Comedypreis 2010 ausgezeichnet wurde. Im Jahr darauf war er in einer Hauptrolle in der Bestsellerverfilmung „Die Vermessung der Welt (2012) im Kino zu sehen. Es folgten Rollen u.a. in dem Kinofilm „Westwind“(2011), dem Zweiteiler der Ken Follet-Verfilmung „Die Pfeiler der Macht” (2016) und seine Verkörperung in der preisgekrönten NSU-Trilogie „Die Täter – Heute ist nicht alle Tage” (2016). Für diese Rolle erhielt der Schauspieler den Grimme-Preis. Im Kinofilm „Paula“ (2016) verkörperte er den Landschaftsmaler Otto Modersohn. Im August 2017 folgte seine erste Fernsehhauptrolle in dem ZDF-Thriller „Verräter-Tod am Meer“. Neben seinen Film- und Fernsehproduktionen steht der Schauspieler weiterhin auf der Theaterbühne. 2018 erhielt Albrecht Schuch den Deutschen Schauspielerpreis als Bester Nebendarsteller für seine Darstellung in der Fernsehproduktion „Gladbeck“ sowie den Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen als Bester Schauspieler in einer Nebenrolle für „Bad Banks“. 2019 erhielt Albrecht Schuch zudem für seine Leistungen in „Gladbeck“ (2018), „Der Polizist und das Mädchen“ (2018) und „Kruso“ (2018) den Deutschen Fernsehpreis sowie die Goldene Kamera als Bester Schauspieler. Für seine herausragenden Leistungen wurde Schuch 2020 mit dem Deutschen Filmpreis für die Filme „Systemsprenger“ (2019) als Bester Hauptdarsteller und „Berlin Alexanderplatz“ (2020) als Bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Albrecht Schuch ist einer von zehn European Shooting Stars 2021.

Sharks Filmreview

Dieser Film war schon bei vielen Kritikern auf der Berlinale ein absoluter Geheimtipp und wurde regelrecht, teilweise sogar als `Film des Jahres´, gefeiert. Tom Schilling als Hauptdarsteller des Fabians ist sicherlich ein wichtiger Faktor für diese Romanverfilmung von Erich Kästner, da er durchaus in der Lage ist, einen solch eher schweren Stoff ausgezeichnet zu transportieren. Es geht in dem Film und die Endphase der Weimarer Republik, wobei allerdings weniger die politische Lage, sondern vielmehr das Leben in dieser Zeit im Fokus der Erzählung von Regisseur Dominik Graf steht. Mit knapp drei Stunden filmischem Werk ist „Fabian oder der Gang vor die Hunde“ kein Film für Zwischendurch, sondern eher ein abendfüllendes Programm mit verschiedenen Facetten.

In den ersten Minuten überrollt den Zuschauer ein Wust an Bildern, eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die für mich leider schon fast dafür gesorgt haben, den Kinosaal vorzeitig zu verlassen. Mir war bewusst, dass die Verfilmung des Kästner-Romans durchaus einen großen künstlerischen Anteil enthalten wird, doch war dies eine Art der Darstellung, die meine Sinne als befremdlich empfanden. Man muss ein wenig durchhalten, denn dann beginnt tatsächlich noch der eigentliche Film. Auch im Verlauf zeichnet sich immer wieder eine kunstvolle Darbietung ab, ist sie nicht mehr so dominant und wirr wahrzunehmen. Tom Schilling und auch seine Kollegin Saskia Rosendahl tragen die Handlung durch die 178 Minuten.

Dieser Film braucht tatsächlich seine volle Länge um sich entfalten zu können und man sollte auf keinen Fall aufgeben. Ab einem gewissen Punkt schafft „Fabian oder der Gang vor die Hunde“ eine sehr interessante Qualitätswendung. Es macht Spaß und ist tatsächlich auch größtenteils unterhaltsam dem Leben der Hauptprotagonisten zu folgen. Die Kunst ist nach wie vor ein entscheidender Faktor der Produktion und spiegelt sich immer wieder in Schauspiel, kleinen Einblendungen und Dialogen wieder. Kein Mainstream, sondern ein Film, den man sich auf jeden Fall gezielt ansehen sollte. Ich kann sehr gut verstehen, warum man diesen Film großartig findet, oder warum man ihn schnellstmöglich vergessen möchte. Bei mir ist es ein Mittelding, was ich nach den ersten Bildern niemals für möglich gehalten hätte.

HaiHaiHaiHai

… 5 von 10 Sharks nach neuem Bewertungssystem 2022

Fazit:

Ein besonderes Kunstwerk mit knapp drei Stunden, welches ein bewusstes und gezieltes Schauen voraussetzt. Schilling und Rosendahl brillieren in ihren Rollen, aber die Umsetzung der Romanverfilmung braucht ein feingeistiges Publikum.

Hier könnt ihr den Film kaufen oder streamen:

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Text: The Shark, dcm Film
Fotos:  © dcm Film
Daten/Infos: dcm Film, Wikipedia, IMDb
Video: YouTube – Channel: Movie-Shark – Copyright: dcm Film

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